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Bier und Stoffwechsel
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 Zufuhr von Nährstoffen

Zufuhr von Nährstoffen

Wasser

Bier besteht zu über 90 % aus Wasser. Bier kann also einen Beitrag zur täglichen Zufuhr von Flüssigkeit liefern, denn diese muss täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter betragen. Achtung: Alkohol hat auch diuretische Wirkung, so dass Bier (oder Wein oder Spirituosen) nie ihr einziger Lieferant von Flüssigkeit sein darf oder kann.

Bei alkoholfreiem Bier ist diese diuretische Wirkung zwar weniger ausgeprägt als bei herkömmlichem Bier, sie ist aber immer noch grösser als bei Wasser. Das geht aus einer Untersuchung hervor, bei der 23 Fussballprofis nach dem Training entweder 75 cl alkoholfreies Bier oder eine entsprechende Menge Wasser tranken. Die bis zwei Stunden nach dem Konsum ausgeschiedenen Urinmengen zeigen, dass die Gruppe, die alkoholfreies Bier getrunken hatte, 22 % der ursprünglichen Menge verlor, während die Wassertrinker im selben Zeitraum 17 % Flüssigkeit verloren. Dieser zwar beschränkte Unterschied lässt sich durch die geringe Menge Alkohol erklären, die im sogenannten alkholfreien Bier enthalten ist (Alkoholfreie Bier dürfen bis zu 0,5 % Alkohol enthalten).

Die Brauereien sind sich schon lange der Tatsache bewusst, dass sie für ihr Bier als Grundlage extrem sauberes Wasser brauchen. Für ein Liter Bier brauchen sie 7 bis 10 Liter Wasser. Dieses Wasser wird nicht nur beim Brauen selbst benötigt, sondern auch bei der Reinigung und der Sterilisierung aller Behälter, in denen das Bier gefertigt und befördert wird. Jedes Land, so auch Belgien, hat strenge Richtlinien in bezug auf das beim Brauen benutzte Wasser. Diese Richtlinien betreffen die Haltbarkeit, den Säuregehalt, den Salzgehalt, die Oligo-Elemente und etwaige kontaminierende Stoffe. Das reine Wasser, das im Bier verwendet wird, lässt sich die Gefahr auf Krebs sinken, wie zum Beispiel für Blasenkrebs festgestellt wurde.

Fett, Zucker und Eiweisse

Bier enthält kein Fett, sehr wenig Eiweisse (weniger als 0,5 %) und eine geringe Menge (ungefähr 3 %) fermentierten Zucker (im Gegensatz zum in Erfrischungsgetränken enthaltenen raffinierten Zucker). Die im Bier enthaltenen Eiweisse haben kein einzigen Nährwert und dienen lediglich dazu, die Haltbarkeit der Schaumkrone zu fördern. Der Zucker hingegen hat sehr wohl einen gewissen Nährwert und stammt grösstenteils aus der Gerste. Ein Grossteil des im Bier enthaltenen Zuckers hat die Form von Maltose und Glukose angenommen. Deren Menge variiert von 35 bis 40 g pro Liter Pilsener. Andere Biere enthalten im Durchschnitt etwas mehr Zucker.

Weil Bier kein Fett enthält, hat es nicht die dickmachenden Eigenschaften, die ihm oft nachgesagt werden. Bier enthält auch weder Cholesterin noch Dioxin, denn Dioxin kann nur in Fett aufgelöst werden.

Bier enthält kein Dioxin.

Seit der Dioxinkrise ist sich jedermann in Belgien der Tatsache bewusst, dass Dioxine beim Menschen Krebs erregen können. Aus Studien geht hervor, dass eine leichte Aussetzung wenig oder keine Tumoren verursacht, aber dass eine höhere Aussetzung zu einem Anstieg der Gefahr auf bestimmte Tumoren (unter anderem Blutkrebs) führen kann.

Das belgische Gesetz bestimmt, dass Nahrungsmittel, die mehr als 2 % Fett enthalten (unter anderem Milch, Fleisch) pro Gramm Fett nicht mehr als fünf Pikogramm Dioxin enthalten dürfen. Dioxine sind überall in der Umwelt vorhanden, sowohl in der Luft, im Wasser als auch am Boden. Die herkömmliche Verseuchung von Tierprodukten und Tieren sind die Konsequenz der Verschmutzung der Oberflächengewässer und Grasböden, in denen die Luft- und Wasserverseuchung für eine fast ständige, im Prinzip beschränkte Kontaminierung sorgen.

Wenn Industrieabfälle in die Tiernahrung geraten, kann man von einem massiven Anstieg der Aussetzung an Dioxine sprechen. Da die Dioxine sich in Wasser kaum auflösen, aber in Fett sehr wohl, sind vor allem die Tierprodukte, die eben Fettpartikel enthalten, am stärksten kontaminiert. Im belgischen Bier ist nach Angaben der Lebensmittelüberwachung des Gesundheitsministeriums nie irgendeine Kontaminierung mit Dioxin festgestellt worden. Das ist auch logisch, denn Bier enthält kein Fett und Dioxine lösen sich hauptsächlich in Fett auf. Gerade aus diesem Grund unterliegt das belgische Bier auch nicht der traditionellen Gesetzgebung in bezug auf die Dioxinrückstände.

Vitamine

Die Hefezellen, die dem Bier während des Brauprozesses hingefügt werden, produzieren im Laufe ihres Wachstums Vitamin B und ein Grossteil dieser Vitamine bleibt im Bier enthalten. Je mehr das Bier gefiltert und geklärt wird, desto mehr Vitamine gehen verloren.

Ein Glas Pilsener enthält zum Schluss noch 0,07 mg Vitamin B2, 0,01 mg Vitamin B1 und 0,12 mg Vitamin B6.
Zum Vergleich: Eine Scheibe Weissbrot enthält 0,02 mg Vitamin B2, 0,06 mg Vitamin B1 und 0,05 mg Vitamin B6.

Ein mässiger Bierkonsum kann also einen Beitrag zum täglichen Vitaminbedarf leisten. Andererseits ist es nicht so, dass man bei übermässigem Alkoholkonsum eine grosse Vitaminreserve aufbaut. Ganz im Gegenteil: Je mehr Bier man trinkt, desto grösser wird der Bedarf an Vitaminen (vor allem an Vitamin B1).

Mineralstoffe

Bier enthält unterschiedliche Spurenelemente und Mineralstoffe. Die vorhandenen Mengen variieren je nach Herkunft der Rohstoffe, je nach Art der Zubereitung und je nach Fertigungsverfahren. Die Zusammensetzung des Bodens, auf dem die Gerste und der Hopfen angebaut worden sind, und sogar die Wetterverhältnise spielen eine Rolle.

Die Präsenz bestimmter Mineralstoffe wie Eisen, Chrom, Kupfer, Silicium und Kalium kann durchaus positiv bewertet werden. Weniger erwünschte Spurenelemente wie Kobalt und Blei sind fast nicht vorhanden. Auch Natrium (Salz) kommt praktisch nicht vor, was sicherlich positiv ist, denn unsere Ernährung enthält sowieso schon genug Salz. Durch seine diuretische Wirkung sorgt das Bier übrigens auch dafür, das überflüssiges Salz, das in unserem Körper gelagert ist, über die Nieren ausgeschieden werden kann.

Tabelle 1. Vitamingehalt in einem Glas Pilsener und Lightbier(Durchschnittswerte)
1 Glas Vit B1 Vit B6 Vit B3 Panto-
thensäure
Vit B6 Fol-
säure
Vit B12
  mg mg mg mg mg mcg mcg
Pilsener 0,021 0,093 1,613 0,206 0,178 21 0,07
Lightbier* 0,032 0,106 1,388 0,127 0,120 15 0,04
(*)Lightbier enthält weniger Kalorien als herkömmliches Bier, hat aber einen entsprechenden Alkoholgehalt.

Tabelle 2. Mineralstoffgehalt in einem Glas Pilsener oder Lightbier(Durchschnittswerte)
1 Glas Ca Fe Mg F K Na Zn Cu Mn Se
  mg mg mg mg mg mg mg mg mg mcg
Pilsener 18 0,10 21 43 89 18 0,07 0,032 0,043 4,3
Lightbier 18 0,14 18 42 64 11 0,11 0,085 0,057 4,2
Quelle: CBMC (Conféderation des Brasseurs du Marché Commun; 23/6/99)

Bier enthält ausserdem eine ganze Reihe von biologisch aktiven Bestandteilen pflanzlicher Herkunft, die sogenannten Phytochemikalien. Polyphenole (Tannine) zum Beispiel sind in Bier und Wein enthalten und sollen eine Rolle spielen bei der Vorbeugung von Herz- und Gefässkrankheiten, indem sie auf den Fettmetabolismus einwirken.

Ein anderer interessanter Bestandteil von Bier ist Harman, ein Betacarbolin. Betacarboline sind Substanzen mit halluzinogener Wirkung. Harman wird in Bier und Wein angetroffen. Nonharman, eine Substanz, die derselben Klasse angehört, wird in Tabak angetroffen. Im Blut schwerer Trinker ist Harman in kleinen Mengen zu finden. Harman soll mit Neurotransmittern interferieren, das sind Substanzen im Gehirn, die bestimmte Bereiche des Gehirns aktivieren oder gerade inhibieren. Harman (und Nonharman) gehen diese Wechselwirkung mit dem Neurotransmitter Serotonin ein, und das könnte erklären, warum Bier und Wein (und Tabak) eine beruhigende Auswirkung haben und in grösseren Dosen Zittern und Halluzination verursachen.

In den vergangenen Jahren konzentriert man sich auch auf die im Bier enthaltenen Phyto-Östrogene. Dabei handelt es sich ebenfalls um biologisch aktive Substanzen pflanzlicher Herkunft, welche die Wirkung des weiblichen Hormons imitieren. Den Phyto-Östrogenen werden allerlei günstige Effekte zugeschrieben. Sie sollen Herz- und Gefässkrankheiten sowie Krebs vorbeugen und die Einnahme hoher Dosen soll bei Frauen etwaige Beschwerden der Menopause lindern. Ob die geringe Dosis, in der die Phyto-Östrogene im Bier enthalten sind, ausreichen, um solche Auswirkungen zu erzielen, ist zur Zeit noch nicht deutlich.

Bier enthält ausserdem eine lange Liste von Phytochemikalien, die in kleinsten Dosen vorhanden sind und von denen manche bis heute noch gar nicht identifiziert worden sind. Einige Substanzen gehen möglicherweise eine Wechselwirkung mit körpereigenen Substanzen ein, während andere keine Auswirkung haben.

Kontaminierende Stoffe

Genauso wie jeder andere Nährstoff kann auch Bier durch kontaminierende Stoffe verunreinigt werden. Das sind unerwünschte Substanzen, die beim Brauen oder Verpacken zufällig in das Bier hineingeraten. Bier in Blechdosen zum Beispiel enthält genauso wie Erfrischungsgetränke aus Dosen immer Aluminiumspuren, die aus der Verpackung stammen. Meistens geht es jedoch um sehr kleine Konzentrationen, die keinerlei Gefahr für die Gesundheit beinhalten.


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