![]() | ||||
![]() | |FR|NL|EN| |start|info|contact| | |||
![]() | ||||
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Hopfen Heilkräftige Eigenschaften des Hopfens Heilkräftiges Hopfenöl Hopfen wird zur Zeit fast ausschliesslich als Rohstoff für das Brauen von Bier benutzt, da Hopfenbittersäure und essentielles Hopfenöl einen wesentlichen Beitrag zum Geschmack und zum Aroma des Bieres beitragen. Durch die Jahrhunderte hinweg ist der Hopfen jedoch auch sehr oft als gesundheitsförderndes Mittel eingesetzt worden. In den amtlichen Arzneibüchern und Nachschlagewerken hatte der Hopfen immer einen wichtigen Stellenwert. Er wurde als Beruhigungsmittel verschrieben bei Unruhe, Angst und Schlafstörungen nervöser Art. Dafür wurden vorzugsweise Hopfendolden benutzt, die mindestens 0,35 % esentielles Hopfenöl enthielten. In Deutschland werden für diese Indikationen auch heutzutage noch über 50 Produkte und Erzeugnisse verkauft, in denen Hopfen enthalten ist. Als Grundmaterial für diese Arzneimittel werden getrocknete Hopfendolden (‘strobuli’) in Pulverform benutzt. In der pharmakologischen Nomenklatur sind diese als ‘Strobuli lupuli’ bekannt. In der Vergangenheit wurden dem Hopfen noch andere heilkräftige Eigenschaften zugesagt. So wurde die Pflanze bei folgenden Symptomen angewendet: Überempfindlichkeit, Nervosität, Schwermütigkeit, Krämpfe, Nervenschmerzen, Migräne, Fettleibigkeit. Ausserdem soll der Hopfen auch antiseptische, antibiotische, schmerzlindernde, diuretische, tuberkulostatische und anaphrodisiakale Wirkung haben. Zur Zeit begrenzt sich die medizinische Anwendung des Hopfens auf die sedierende Wirkung der Hopfendolden. Obwohl der genaue Mechanismus noch nicht aufgeklärt ist, haben unterschiedliche Studien gezeigt, dass Hopfen eine leicht beruhigende und schlaffördernde Wirkung hat. Hopfen und essentielles Hopfenöl sind dermassen komplex, dass die Wirkung nicht nur einem einzigen Bestandteil zugeschrieben werden kann, sondern einer Interaktion mehrerer Bestandteile. Hopfenextrakte, die im Labor untersucht werden, reagieren nicht unbedingt genau so wie in ihrem natürlichen Umfeld. Auch das ist ein Grund, aus dem die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Hopfens in klassischen klinischen Studien sehr schwer zu untersuchen sind.
In der pharmakologischen Praxis wird Hopfen meistens mit anderen beruhigenden Pflanzenextrakten wie Baldrian, Maracuja oder Melisse kombiniert. Dadurch wird es noch schwieriger, sich ein Bild von den einzelnen Auswirkungen des Hopfens zu machen. Es wird davon ausgegangen, dass die einschläfernde Wirkung dem essentiellen Hopfenöl zugeschrieben werden muss. In dieser Perspektive hat ein mit Hopfen gefülltes Kissen einen guten Ruf als effizientes Mittel gegen Schlaflosigkeit. Das Kissen braucht natürlich regelmässig neuen Hopfen. Durch die Wärme (Körpertemperatur, Wärme des Gesichts) verflüssigt sich das essentielle Öl und der beruhigende Effekt tritt ein (eine Art Aromatherapie). Ausserdem sind auch beruhigende Kräutertees auf Hopfenbasis erhältlich. Hopfentee darf man nicht in Wasser kochen. Es empfiehlt sich, mit warmem Wasser ein Infus zuzubereiten und die Teekanne abzudecken. Hopfen wird nicht nur in Tee verarbeitet, sondern auch in Pillen, Dragees, Extrakten, Sirup und Tinkturen (Phytotherapie). Eine andere interessante Anwendung sind Badeöl oder Badegels mit Hopfenextrakten, denen beruhigende Eigenschaften im Kampf gegen Stress zugesagt werden. Ein unmittelbarer Erfolg ist bei Hopfenpräparaten sicherlich nicht die Regel. Im allgemeinen muss man die Kur eine gewisse Zeit durchhalten, bevor man die Auswirkung spürt. In renommierten Kurorten wie Bad Gögging (D) nutzt man die entspannende Wirkung und die anderen heilkräftigen Eigenschaften des Hopfens oft.
Hopfen-Polyphenole als Phyto-Östrogene und als Mittel gegen Krebs Bis heute wurde anderen, bereits nachgewiesenen bio-aktiven Merkmalen des Hopfens wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Darum hat das Labor für Pharmakognosie und Phytochemie der Fakultät Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Gent unter Leitung von Prof. Dr. D. De Keukeleire ein Forschungsprogramm über die östrogenen und vor Krebs schützenden Eigenschaften des Hopfens gestartet. Es ist seit langem bekannt, dass ein übermässiger Kontakt mit Hopfen den weiblichen Hormonzyklus beeinträchtigt und dass die Frauen, die früher Hopfen ernteten, mehr an Menstruationsstörungen litten. Dieser Effekt wurde einem spezifischen Polyphenol, das im Hopfen enthalten ist, dem Xanthohumol, zugeschrieben. Jedoch ohne weiteren Nachweis. Neulich wurden bestimmte Polyphenole wie Genistein und Daidzein in einer Reihe von Bieren angetroffen, aber in äusserst geringen Konzentrationen (bis 30 Nanomol pro Liter). Diese Polyphenole, die auch in Soja enthalten sind, sind Phyto-Östrogene (Substanzen pflanzlicher Herkunft, die die Tätigkeit des natürlichen weiblichen Hormons Östradiol imitieren). Phyto-Östrogene sollen den Menschen vor bestimmten hormonempfindlichen Tumoren (Brustkrebs, Prostatakrebs) schützen. Im Genter Labor wurden die östrogenen Auswirkungen der unterschiedlichen Hopfenvarietäten wissenschaftlich überprüft. Dazu wurden zwei unabhängige In-Vitro-Tests durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen, dass Hopfen in der Tat eine schwache östrogene Tätigkeit hat. Die unterschiedlichen Varietäten, die untersucht wurden, wiesen in ihrer östrogenen Wirkung signifikante Unterschiede auf. Die Forscher der Universität Gent kamen zu der Schlussfolgerung, dass Hopfen eine der reichsten natürlichen Quellen von Phyto-Östrogenen ist und in diesem Sinne mit Sojabohnen verglichen werden kann.
Die östrogene Tätigkeit wird nicht – wie ursprünglich vermutet wurde – durch Xanthohumol hervorgerufen. Auch die Spuren Genistein und Daidzein erwiesen sich nicht als die Verantwortlichen. Das Forschungsteam aus Gent hat entdeckt, dass Hopfen – insofern bekannt – das leistungsstarkste Phyto-Östrogen aus der ganzen Natur enthält: 8-Prenylnaringenin, das auch als „Hopein“ bezeichnet wird. Die östrogenen Auswirkungen des Hopeins wurden mittlerweile auch bereits über In-Vivo-Studien bestätigt. Die Präsenz des Hopeins im Hopfen ist zugleich eine Erklärung für die Menstruationsstörugnen bei den Frauen, die Hopfen gepflückt haben. Seitdem der Hopfen maschinell gepflückt wird, ist das Phänomen verschwunden, weil niemand noch längerfristig derart hohen Konzentrationen an Hopfenpolyphenolen ausgesetzt wird. Die einzige Art und Weise, in der der Mensch mit dem Hopein und mit anderen Phyto-Östrogenen aus Hopfen konfrontiert wird, ist über den Konsum von Bier. Die östrogene Tätigkeit des Bieres ist dabei von der gewählten Varietät und von den Umständen beim Brauen abhängig. Dadurch gibt es östrogene und nichtöstrogene Biere. Da Phyto-Östrogene unweigerlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben, bemüht man sich, die Varietäten anzuwenden, die eine gewisse östrogene Auswirkung haben. Aber auch die östrogenreichsten Biere haben möglicherweise nur eine geringe Auswirkung auf die menschliche Gesundheit. Die Konzentrationen der Phyto-Östrogene im Bier sind niedrig, und es ist noch nichts über deren Verfügbarkeit für den Körper beim Bierkonsum bekannt. Fest steht hingegen, dass Hopfen als wichtiger Bestandteil von Bier vielversprechende gesundheitsfördernde und heilkräftige Eigenschaften hat, die mit Sicherheit eine eingehendere Untersuchung verdienen. | ![]() |
| ![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ©2001 - bg | ![]() | | Webmaster| web-badges | | ![]() | ![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||