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Übersichtsartikel von TEST GEZONDHEID

Arzneimittel und Alkohol sind keine Freunde. Das wird oft gedacht. Aber darf man denn überhaupt keinen Alkohol trinken, wenn man Arzneimittel einnimmt? Die Antwort auf diese Frage ist sehr nuanciert, wie aus einem Übersichtsartikel von TEST GEZONDHEID hervorgeht. Im Prinzip befolgt man die Warnhinweise, die auf dem Beipackzettel stehen, aber in manchen Fällen sind die vielleicht übertrieben. Hier finden Sie eine Reihe von Arzneimitteln, jeweils mit einem entsprechenden Ratschlag.

Aspirin (Aspro, Aspirine Bayer, Sedergine,...) et NSAIDs (nichtsteroidale Arzneimittel gegen Entzündungen): Diese Arzneimittel sind genauso wie Alkohol schlecht für den Magen. Vorsicht also! Laut der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) besteht jedoch kein Bedenken, wenn man während der Einnahme von Aspirin und NSAIDs mässig Alkohol trinkt, vorzugsweise weniger als drei Gläser pro Tag, und nach vorheriger Konsultation des Hausarztes.

Paracetamol (Perdolan, Paradol, Croix Blanche Mono, Paracétamol EG, Sanicopyrine, Dolol Instant, Lemgrip, Dolprone, Algostase Mono, Paraphar,...) ist ein Schmerzmittel. Wer keine Leberkrankheit hat, muss bei der Einnahme der normalen, vorgesehenen täglichen Dosis Paracetamol nicht peinlich jeden Tropfen Alkohol meiden. Mässiger Alkoholkonsum kann nicht schaden.

Antihistaminika (Phenergan, Benylin, Theralene, Polaramine, Nuicalm, Nustasium,...) werden eingesetzt im Kampf gegen die Symptome einer Allergie, als Schlafmittel oder als Mittel gegen Reisekrankheit. Als Nebenwirkung hat dieses Arzneimittel Schläfrigkeit. In Kombination mit Alkohol nimmt diese Schläfrigkeit noch zu, während auch die Sturzgefahr bei älteren Menschen zunimmt. Das ist bei neueren Antihistaminika (Loratadin, Fexofenadin, Cetirizin, Ebastin, Mizolastine, ...) nicht der Fall, so dass keine Sondermassnahmen in bezug auf Alkohol erforderlich sind.

Mittel gegen den Husten
(Bronchosedal Codeïne, Actifed New, Vicks Vaposyrup, Nosca Mereprine, ...). Diese Arzneimittel enthalten Bestandteile, die - zumindest bei Überdosierung - zu Schläfrigkeit führen können. Es empfiehlt sich also nicht, Alkohol zu trinken, wenn man noch fahren muss. Aber in aller Ruhe zu Hause kann ein Gläschen in Ehren nicht schaden.

 |Oben|

Antidepressiva (Redomex, Tofranil, Anafranil, Nortrilen, ...) Manche Antidepressiva können schläfrig machen, und Alkohol kann diesen Effekt noch verstärken. Das gilt vor allem für trizyklische Antidepressiva. Die SSRIs (gezielte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) wie Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Setrali, … sollten nicht zu Schläfrigkeit führen. Bei manchen Mitteln ist ein mässiger Alkoholkonsum nicht zwangsläufig verboten.

Nitroglycerin und Propranolol (Nitrolingual, Nysconitrine, Willong, Cedocard, Trinipatch, Isordil, Promocard, Inderal, ...) werden bei Herzleiden eingesetzt. Als mögliche Nebenwirkung kann eine plötzliche Blutdrucksenkung auftreten. Das passiert häufiger, wenn man Alkohol trinkt. Das gilt auch für Propranolol. Sie sollten in Kombination mit solchen Arzneimitteln also besser nicht trinken.

Statine (Zocor, Lipitor, Pravasin, Lescol, Prareduct, Simvastatin Bexal, ...) dienen, um den Cholesterinspiegel zu senken. Sie können Muskelbeschwerden verursachen, für die Sie Ihren Arzt aufsuchen müssen. Ein grosser Alkoholkonsum lässt dieses Risiko ansteigen. Also: Übertreiben Sie bitte nicht.

Warfarin und Co
(Marevan, Sintrom, Marcoumar, ...) sind Antigerinnungsmittel. Alkohol kann diesen Blutgerinnungseffekt verstärken und so das Risiko auf Blutungen erhöhen. Schwerer Alkoholkonsum stellt ein Risiko dar. Ein bis zwei Gläser am Tag scheint kein Problem zu sein.

 |Oben|

MAO-Inhibitoren (Aurorix (Moclobemid), Merck Moclobemid, Nardelzine (Phenelzin)) sind Antidepressiva. Allein bei nichtselektiven MAO-Inhibitoren (Phenelzin) müssen Sie sehr vorsichtig mit Bier umgehen, nicht des Alkohols wegen, sondern wegen der Anwesenheit von Tyramin. Es bestehen keine zuverlässigen Listen mit dem Tyramingehalt einzelner Biere.

Metronidazol (Flagyl, Tiberal, Fasigyn, Nagoxin, ...) wird bei Infektionen benutzt und soll nach dem Konsum von Alkohol angeblich eine Antabusreaktion verursachen, die sich in Übelkeit, Herzklopfen, rotes Gesicht, usw. äussert. Es existieren jedoch keine Studien, die dies bestätigen, so dass sich diese Antabusreaktion von Metronidazol und seinen Derivaten als Mythos herausstellt.

Antibiotika Im Gegensatz zur gängigen Meinung wird der Konsum eines einzigen alkoholischen Getränks die Wirkung eines Antibiotikums nicht auslöschen, und es sind auch keine Interaktionen zu erwarten. Ausser vielleicht bei den wenig verschriebenen Cefalosporinen, bei denen man einen Antabuse-Effekt vermutet.

Arzneimittel gegen Diabetes
(Glucophage, Metformax, Daonil, Gilbeneze, ...). Bei Benutzung des Arzneimittels Metformin besteht die Gefahr auf eine gefährliche Nebenwirkung, nämlich Laktatazidose. Sulfonylharnstoffderivate können in Kombination mit Alkohol angeblich eine ernsthafte Hypoglykämie verursachen. Trotzdem darf ein Diabetiker im Einvernehmen mit dem Hausarzt mässig Alkohol trinken.

 |Oben|

Mittel gegen Magenbeschwerden (Tagamet, Nuardin, Zantac, Panaxid, Cimephar, ...). Manche dieser Mittel gegen Magensäure und Magengeschwüre sollen die Blutalkoholkonzentration erhöhen. Nur eine einzige kleine Studie erwähnt, dass Ranitidin (Zantac, Pylorid, Raniphar, Docraniti, ...) diese Auswirkung hat und zwar bei Personen, die regelmässig mindestns vier Gläser Alkohol am Tag trinken.

Mittel gegen Tuberkulose (Rifadin, Nicotibine). Ein zu hoher Alkoholkonsum reduziert die Funktionsfähigkeit dieser Arzneimittel und kann sie auch toxisch für die Leber machen.

Quelle: TEST GEZONDHEID Nr. 56, August - September 2003

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