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WISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG
Alkohol und der Geist

02/04/2007
TRINKEN UND LEBENSQUALITÄT BEI ÄLTEREN FRAUEN

Ältere Abstinenzlerinnen leben weniger lange und haben eine geringere Lebensqualität als maßvolle Trinkerinnen. Zu diesem Fazit kam eine umfangreiche Studie in Australien.

Die Studie bezog sich auf mehr als 12 000 Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren, die willkürlich aus der Liste der australischen Krankenversicherung ausgewählt wurden. Sie wurden zunächst über ihren Umgang mit Alkohol befragt. Diese Befragung wurde nach drei und nach sechs Jahren wiederholt. Die Forscher richteten ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf ältere Frauen, weil es Anzeichen dafür gab, dass Frauen anfälliger für Gesundheitsrisiken aufgrund von Alkohol sind als Männer. Außerdem sind ältere Menschen im Allgemeinen magerer als jüngere und ihre Leber ist weniger gut in der Lage, Alkohol abzubauen, wodurch sie krankheitsanfälliger sind.

Der körperliche und geistige Zustand wurde aufgrund einer komplexen Liste von Fragen über Krankheiten, Schmerzen, Fitness, geistige Gesundheit, Sozialleben und weitere Faktoren geschätzt. Aus der Gesamtheit dieser Daten wurde ein Lebensqualitätswert zwischen 0 und 100 abgeleitet.

Das Ergebnis zeigte an, dass bei Frauen, die nie oder selten Alkohol trinken, die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von sechs Jahren zu sterben, größer war als bei den Frauen, die an 3 bis 6 Tagen in der Woche täglich 1 oder 2 Gläser zu sich nahmen. Die Überlebenden verzeichneten einen bedeutend schlechteren Lebensqualitätswert.

Die Forscher vermuten, dass das Resultat außer durch die bekannten schützenden Auswirkungen des maßvollen Alkoholkonsums auf Herz- und Gefäßkrankheiten auch durch die Assoziierung des Alkoholgenusses mit sozialen und angenehmen Lebensumständen und durch die günstigen Auswirkungen auf den Appetit erklärt werden kann.


Quelle: Journal of the American Geriatric Society (2006), 54, Byles e.a.

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